Schmidt-Bernhardt, Angela

Angela Schmidt-Bernhardt (2)  Angela SchmidtBernhardt wurde 1951 in Schleswig geboren – zwischen Nachkriegszeit und Wirtschaftswunder. Sie studierte Romanistik und Sozialwissenschaften in Bochum, danach unterrichtete sie Deutsch in Frankreich, zu-nächst an einer Schule in Dax, dann an der Universität in Bordeaux. Ihre Lehrerinnenausbildung schloss sie in Frankfurt am Main mit dem Referendariat ab und unterrichtete danach am Hessenkolleg Französisch und Gemeinschaftskunde. In den 1990er Jahren bildete sie sich am Institut für Gruppenanalyse in Heidelberg in den Berufsfeldern »Beratung und Supervision« weiter. 2007 promovierte sie an der Universität Marburg zum Thema »Jugendliche Spätaussiedlerinnen. Bildungserfolg im Verborgenen«; die Dissertation erschien 2008 im Tectum-Verlag, Marburg. Heute arbeitet sie an der Philipps-Universität Marburg im Fachbereich Erziehungswissenschaften mit Lehramtsstudierenden. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind »interkulturelles Lernen«, »Förderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung« und »kreatives Schreiben«.
Als Autorin beschäftigt sie sich vorrangig mit den Verbindungen zwischen individuellen, persönlichen Schicksalen und zeitgeschichtlichen Entwicklungen.

Sie liest aus:

9783942223119 (2)

Spätsommerhimmel in Sanssouci – Lebensabschnitte einer Vierteljüdin

»Dresden, 30. Januar 1933. Ich sehe es vor mir, wie Vati mich weckte und sagte, es sei etwas Ungewöhn-liches geschehen. Wir sahen einen großen Fackelzug. Die Nazis feierten ihre Machtergreifung …«
Kurz vor ihrem Tod erzählt die 85-jährige Puti von ihren Jugendjahren in Nazideutschland. Angela Schmidt-Bernhardt, Tochter und Autorin, kannte sie als eine Frau, die ein Leben lang ihre Identität verbarg und mit der Scham lebte, zu den Überlebenden zu gehören, die sich selbst nicht wichtig nahm, weil sie so viel anderes Leid gesehen hatte. Eine Frau, die nur ein einziges Mal wagte, über ihre »Abstammung« zu sprechen – auf einem Spaziergang durch den verdämmernden Park von Sanssouci. Damals, im Spätsommer 1943, als die große Liebe kam, mitten im Krieg, öffnete sie ihr Herz: der Vater Halbjude, sie Vierteljüdin. Danach, und in der Nachkriegszeit, folgten das große Schweigen – und das immer wiederkehrende Erschrecken über Neonazis mitten in Deutschland.
Angela Schmidt-Bernhardt notiert die Erzählungen ihrer Mutter, findet Briefe und Tagebucheintra-gungen aus jener Zeit und nähert sich dem Erleben und den Gefühlen einer in der gewaltsamen Atmo-sphäre Nazideutschlands verstummten Frau.

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